Raumausstattung
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Die besten Touren

Alpentour 2004

Bericht von Bernd
Ich hatte mir eine Honda VT500E gekauft und die musste jetzt standesgemäß bewegt werden. Also haben meineGargenbierfreunde und ich eine Motorradtour auf die Beine gestellt, die uns die Freude am Fahren und das California feeling der vergangenen Zeiten, wieder zurück bringen sollte. Zelten war Pflicht, bei unserer "ein-Hoch-auf-die-alten-Zeiten" Tour.Da wir zu Hause nie die Zeit dazu fanden, war es auch Ziel und Zweck der Reise, zu fahren, bis es einem zum Hals raus hängt. Fahren auf Vorrat, sozusagen.Weil Wolfis Yamaha XS400 immer noch mehr oder weniger zerlegt in seiner Garage traurig ihr Dasein fristete, hat er sich kurzerhand eine gebrauchte Yamaha XJ600 gekauft. Reschpekt.Steifi hatte zu dieser Zeit vorübergehend eine Harli Sportster. Klaus seine XJ900, mit der er schon die erlebnisreichsten Fahrten genossen hat.Wir planten, über die schönsten Alpenpässe und Straßen, an den Lago di Ledro zu fahren, dort unsere Zelte aufzubauen und vom Campingplatz aus, die Gegend um den Gardasee mit den Motorrädern zu befahren. Wir fuhren die ganze Zeit, unterbrochen von kurzen kulinarischen Stopps. Ein Expresso in die Fresso. Die Berge rauf und auf der anderen Seite wieder runter. Die Schräglagen, die Haftgrenzen und die Fahrynamik faszinierte uns immer wieder aufs Neue. Es ist schon toll, wie gut die alten Motorräder gingen. Auch im dirketen Vergleich zu modernem Material, der sich uns immer wieder auf den verschiedensten Strecken bot, bzw.den Weg verstellte.Unsere Motorräder machten auf der ganzen Tour keine Zicken. Allerdings musste Steifi mal einen Mittag lang eine Fahrpause einlegen, weil die schwergängige Harlikupplung ihm eine Sehnenentzündung beschert hatte. Heavy Metall aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Da lob ich mir doch die japanisch, filigrane Hochtechnik.Vielleicht kommt dem Einen oder Anderen der Eindruck, dass es uns auf dieser Tour nur ums Fahren ging und wir keinen Blick nach rechts oder links der Strecke hatten. Dem ist natürlich überhaupt nicht so. Die grandiose, gigantische und monumentale Landschaft begeisterte und faszinierte uns immer wieder aufs Neue. Und das jeden Tag, zu jeder Stunde. Einfach unvergesslich.
Aber wir sind hier ja nicht bei den Naturfreunden, sondern bei den Garagenbierlern (was das freundliche zur Natur aber nicht ausschließt). Und deshalb dreht sich dieser Aufsatz eben um das Fahren. Um unsere Naturfreundlichkeit doch noch zu dokumentieren, genossen wir die Athmosphäre am Strand vom Lago di Ledro, bei einem erfrischenden Hopfenkaltgetränk, bis spät in die Nacht hinein.

Auf der Fahrt zurück, hat es in den Bergen zu regnen begonnen, was dem Fahrspaß, dank modernster japanischer Reifentechnik, in keinster Weise einen Abbruch bescherte. Früher hat man die japanischen Reifen belächelt. Als Erstaurüstung schnell gegen die guten Metzeler getauscht. Heute will man gar nichts anderes mehr. Fahrer großer, moderner und schneller Ducatis haben mir den Vogel gezeigt.

Irgendwo in Österreich hat dann Stefan der Rappel gepackt. Er ist mit über 140km/h über die Landstraße gebrettert und hat alles überholt, was ihm vors Vorderrad kam. Als Letzter der Kolonne habe ich sie irgdenwann verloren. Als es an einer Kreuzung drum ging, zum Hantenjoch oder die andere Variante zu nehmen, entschied ich mich, da ich persönich mir nichts tolleres als das Hantenjoch vorstellen konnte, dort hin zu fahren. War natürlich falsch, aber das merkte ich erst, als nach dem Hantenjoch im Namlostal mein Handy klingelte und Klaus sich darüber beschwerte, wie ich bloß die andere Richtung fahren konnte. Hätten sie halt an der Abbiegemöglichkeit langsam getan.............

Aus dem überwachten und reglementierten Österreich draußen, hab ich dann meine VT ordentlich laufen lassen, aber getroffen haben wir uns erst wieder in Göppingen.

Alpentour 2006

Leider haben wir es im ganzen Jahr 2005 nicht geschafft, zusammen eine schöne Tour zu fahren. Das sollte sich in 2006 ändern. Wir, Klaus, Stefan und ich, Wolfi leider nicht, beschlossen, ein heftiges Eisenreiten zu veranstalten.

Es ging natürlich wieder Richtung Süden in die Alpen. Ziel und Umkehrpunkt war eigentlich Bassono de Grappa, weil das der letzte Berg vor der Ebene und der Adria ist. Wie es dann doch anders kam, erfährst Du später.

Dass die Fahrt dort hin, landschaftlich und fahrtechnisch alles zu bieten hatte, was man sich als hiesiger Mopedfahrer so erträumt, ist ja klar. Sämtliche Pässe aus dem who is who der tollsten Alpenstraßen wurden von uns, bei schönstem Wetter, standesgemäß unter die Räder genommen. Wir überholten alles, was sich uns in den Weg stellte. Und das war nicht wenig. Von der Referenzmaschine der Alpenüberquerer, der R1200GS, über die Speed Triple bis zur R1, alles wurde überholt.
Wenn man sich dann unsere Motorräder so anschaut, BMW F800S, BMW R80G/S big bore 1000, kann man noch einigermaßen nachvollziehen, daß dies durchaus im Rahmen des Möglichen liegt. Aber mit meiner 20 Jahr alten 500er Honda, die Anderen so zu demütigen, hält man doch nur für möglich, wenn man mir eine absolut Lebens- und Material verachtende Fahrweise unterstellt. Dem ist aber gar nicht so. Wir sind zwar durchaus flott, aber keineswegs todesverachtend riskant, unterwegs gewesen.

Die anderen haben sich einfach das falsche Motorrad gekauft, mit dem sie restlos, aber auch wirklich restlos, überfordert sind. Zu groß, zu schwer, zu stark. Aber hauptsache am Treff einen auf dicke Hose machen. Mir kann keiner erzählen, dass die alle die schöne Aussicht der Alpen beim Fahren genossen haben. Das geht bei einer Pause wesentlich besser.

Auf jeden Fall, macht sowas irgendwie stolz und auch ein wenig überheblich. Man kommt sich vor, als wäre man so ziemlich der Einzigste, der überhaupt mit einem Motorrad umgehen kann. So fuhren wir also unseres Weges bis zum Manghen-Pass, auch Passo Manghen genannt. Der Pass, an dem sich wirklich die Spreu vom Weizen trennt. Warum, das wirst Du gleich erfahren.

Der Manghen Pass. Meiner Meinung nach, einer der schönsten Pässe überhaupt. Wunderschön. Auf einem schmalen Sträßchen, zwei sich entgegenkommende Autos haben erhebliche Probleme, ohne zu streifen, aneinander vorbei zu kommen, geht es, zügig ansteigend, durch einen dunklen Nadelwald, beraufwärts. Ich wollte diesmal die Landschaft, den Pass und die Natur genießen, also bin ich als letzter in unserer Kolonne, langsam gefahren. Zu meiner Belustigung kam ich grad dazu, als Stefan den Klaus in einer 180° Kehre am Motorrad hinten anstieß und Klaus, schwießgebadet versuchte, seine Motorrad zwischen den Beinen, am umkippen zu hindern. Diese lustige Einlage lockerte die Stimmung bei Steifi und mir erheblich auf.
Nach dieser kleinen Stunteinlage von Klaus, wieder am Fahren, drang von unten aus dem Tal, tieffrequenter 4-Zylinder-Bass-Klang an mein Ohr. Die sind ja noch weit weg. Der Pass schraubte sich in die Höhe, der Wald blieb unter uns. Die Serpentinen so eng, dass ich teilweise den ersten Gang dazu einlegen musste. Die Zwischengeraden so kurz, dass es nicht mal in den Dritten langte. Da war auch schon in meinem Rückspiegel der Rundscheinwerfer einer CB1300 zu sehen. Woher ich weiß, dass der Runscheinwerfer zu einer CB1300 gehörte?

Eigentlich wollte ich ihn abhängen, aber er klebte penetrant an mir dran. Besser verfolgen, als gejagt werden. Also hab ich kurz Platz gemacht, um ihn vorbei zu lassen. Ihm folgten noch seine Freunde auf Yamaha XJR1300, Suzuki Bandit 1200 und nochmal eine CB1300 mit Sozia. Und von wegen verfolgen. Bis ich einen Gang runter geschaltet hatte, waren sie durch die folgenden Serpentinen gebraust und weg.

Was war das? Eine optische Täuschung? Eine Fata Morgana? Ich wurde auf schwierigstem Terrain von BigBikes, die 100 Kilo mehr wogen, einfach so überholt? Wobei ich die letzten 500km doch alles in Grund und Boden gefahren hatte, was sich mir in den Weg stellte! Tja, die Jungs wussten, auf was es ankommt. Sie hatten einfach das richtige Motorrad und konnten damit auch umgehen. Hut ab! Respekt! Die Ordnung in der Motorrad Welt war wieder zurecht gerückt.

Dieser Zustand sollte aber nicht lange anhalten, denn beim Pass runter fahren, kamen uns ein paar Idioten im Supermoto Stil, immer schön das Füßchen nach vorne strecken, auf unserer Kurvenseite entgegen. Wir konnten zum Glück ausweichen. Die Deppen haben uns erst im letzten Augenblick bemerkt, was wir an ihren mit Schreck weit aufgerissenen Augen, für den Bruchteil einer Sekunde, sehen konnten.
Zum Monte Grappa kamen wir, wie eigentlich geplant, leider nicht. Irgendwie meinte Klaus, warum auch immer, wir müssten morgen unbedingt zum Pfänder, Südseite Bodensee, Österreich. Da hatte sein Schwager Günti, mit seinem Edelkochkurs, eine Gebirgshütte übers Wochenende gemietet und wir waren eingeladen. Wir haben dann noch einen Abstecher über den vollkommen Motorrad- und Autofreien Passo Croce Domini, einfach göttlich, mit Schottereinlage und Übernachtung, gemacht.
Tags darauf haben wir am Logo d Idro, oder wars der Iseo?, ne kleine Rast eingelegt, worauf sich Stefan mit einem fetten Majonaisesandwich den Magen verdorben hat. So kann es gehen. Panisch meinten wir, noch heute abend, bei Güntis Hütte sein zu müssen.

Wir sind dann, wirklich wie die Doofen, kopflos, links und rechts die schönsten Landschaften und Berge liegen lassend, dort hin gerast. Ganz schön blöd von uns. Da hat man einmal Zeit und befindet sich 50 Kilometer vom Monte Grappa und 150 Kilometer von den Adriastränden entfernt und fährt, wie vom Henker gejagt, schnell an den Bodensee.

Es wurde aber noch ganz nett, auf Güntis Hütte. Nach den Leckereien aus Güntis Edelkochkurs, feierten wir noch spontan eine Küchenparty bis früh in den Morgen. Prost.
Am nächsten Tag gings dann durchs Allgäu zurück nach Göppingen.

Bernd
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